Merz am Abgrund, der große Koalitionsknall

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Mittlerweile brennt es lichterloh im Berliner Politestablishment und die Nerven im Bundeskanzleramt liegen vollkommen blank und unisoliert.

Friedrich Merz steht vor dem absoluten Scherbenhaufen seiner Kanzlerschaft, was allerdings nichts ganz Neues darstellt, nachdem die historische Klatsche in Sachsen-Anhalt die Brandmauer vor den Augen der gesamten Republik pulverisiert hat.

In vertrauter Runde droht der Kanzler nun ganz offiziell mit dem Rauswurf der SPD-Minister und einer Minderheitsregierung, während Manuela Schwesig ihn bei einem Spitzentreffen wie einen umgezogenen Schuljungen abblitzen und eiskalt stehen lässt.

Die Genossen proben bereits den offenen Lagerwahlkampf gegen die Union und Katharina Dröge ruft das nächste linksgrüne Horrorkabinett im Bund aus, während die völlig verzweifelte CDU in Magdeburg allen Ernstes die geheimen Wahlen abschaffen will, um die eigenen Rebellen zu jagen.

Man kommt aus dem Staunen wirklich nicht mehr heraus, was sich hinter den Kulissen dieser bröckelnden Koalition so alles abspielt, und der Spiegel enthüllt ein Szenario, das an Realsatire nicht zu überbieten ist.

Bei einem Treffen mit den Ministerpräsidenten zitiert Friedrich Merz die Mecklenburg-Vorpommersche Regierungschefin Manuela Schwesig zu sich heran, um mit ihr abzurechnen, und wirft ihr wutentbrannt vor, im Wahlkampf nicht gegen die AfD, sondern gegen ihn gekämpft und damit das demokratische Miteinander zerstört zu haben.

Ein Bundeskanzler mit den schlechtesten Beliebtheitswerten aller Zeiten heult vor einer SPD-Landesmutter herum, weil sie seinen Thron attackiert hat, und Manuela Schwesig weist den Vorwurf trocken als unverschämt zurück, dreht sich auf dem Absatz um und lässt ihn vor versammelter Mannschaft einfach stehen.

Er könne sich um einen Termin bei ihr bemühen, wenn er mit ihr was zu besprechen hätte.

Mehr Ignoranz von versammelter Mannschaft geht nicht…

Das ist der Zustand des deutschen Regierungschefs unter aller Sau, denn niemand hat mehr auch nur einen Hauch Respekt vor diesem Mann, der das politische Rückgrat einer Qualle besitzt und sich wundert, dass ihn selbst die eigenen Koalitionspartner wie eine Schaufensterpuppe behandeln.

Diese Demütigung zeigt das eigentliche Dilemma, denn die SPD hat die Union längst fallen gelassen, Koalition hin oder her, und Manuela Schwesig ist die neue Gallionsfigur der Genossen, die das mecklenburgische Modell zum bundesweiten Vorbild erklärt.

Man bekämpft die AfD nicht mit Inhalten, sondern man diffamiert die Union, macht gemeinsamen Wahlkampf mit der Linkspartei und zimmert sich neue linke Mehrheiten zusammen, während die SPD bei der Landtagswahl demonstriert hat, wie man die CDU ins Bodenlose stürzt.

In Berlin laufen die Fäden längst zusammen und die Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge verkündet ganz offen, dass Grün-Rot-Rot das favorisierte Zukunftsmodell im Bund ist, wobei sie davon fabuliert, dass die Mitte eigentlich links ticke und ungeniert das nächste linksextreme Bündnis plant.

Die Brandmauer der CDU war nie dazu da, die AfD kleinzuhalten, sondern sie war die Falle, mit der die Linken die Union in den Ruin treiben, um ewig linke Regierungen zu garantieren, wie man in Baden-Württemberg sieht, wo eine rechtskonservative Mehrheit von fast sechzig Prozent existiert, die CDU aber lieber den Grünen den Steigbügel hielt.

Jetzt merkt Friedrich Merz ganz langsam, wie sich die Schlinge um seinen Hals immer enger zieht, doch es ist zu spät, und bei einem vertraulichen Treffen der sogenannten 25er-Gruppe verliert er die Beherrschung und droht erstmals offen mit dem Rauswurf der SPD-Minister und einer unionsgeführten Minderheitsregierung.

Wenn die SPD bei den Reformen weiter blockiere, werde er nicht zögern, die Genossen vor die Tür zu setzen und die Ministerien mit eigenen Leuten aufzufüllen, was die nackte Panik zeigt, denn derselbe Merz, der nach der Wahlklatsche noch verkündete, die Koalition stehe felsenfest, schwadroniert nun von einer Minderheitsregierung.

Mit welchen Stimmen will er denn dann regieren, mit einer auf 17,5 Prozent abgestürzten Union, getrieben von der Angst vor dem eigenen Ende, während die Krönung des antidemokratischen Wahnsinns sich in Sachsen-Anhalt abspielt.

Dort herrscht nach der Wahl von Tobias Rausch und Hans-Thomas Tillschneider helle Hysterie mit 48 Stimmen für Rausch und 44 für Tillschneider, und anstatt sich zu fragen, warum die eigenen Abgeordneten die verlogene Brandmauer satt haben, greift die CDU zu den Mitteln der Diktatur.

Vizepräsident Carsten Borchert schlägt allen Ernstes vor, geheime Wahlen künftig einfach abzuschaffen und namentlich und offen abzustimmen, womit die CDU das heiligste Gut der parlamentarischen Demokratie, das geheime freie Mandat, über den Haufen werfen will, nur um die eigenen Abweichler zu jagen und an den Pranger zu stellen.

So verzweifelt, so autoritär und so verrottet ist diese Partei mittlerweile, dass man sich fragen muss, wer zuerst zusammenbricht, die sachsen-anhaltinische CDU im totalen Rebellenaufstand oder die Berliner Merz-Koalition durch den Rauswurf der SPD oder beides.

Ohje, der Herbst 2026 wird als „Start Totalvernichtung Union“ in die Geschichtsbücher einziehen.

Das hat sich die CDU aber auch selbst verdient…

Michael Münch, facebook

 

Es wird nicht der Frühling der Reformen werden, sondern der Winter des Rücktritts

Wenn sogar der bayerische Polit-Rentner Horst Seehofer aus dem Ruhesitz eingreifen muss, um die Union an die Lebensrealität der Bürger zu erinnern, weiß man: Friedrich Merz hat den Kompass endgültig verloren. Großspurig als Retter der Wirtschaft und konservativer Erneuerer angetreten, ist der Kanzler mittlerweile vor allem eins: ein Meister der gebrochenen Versprechen. Die Stromsteuer-Senkung, die Entlastung, der klare Kurs – alles Versprechen, die auf dem Weg vom Wahlkampf ins Kanzleramt zerbröselt sind. Seehofer spricht von massivem Glaubwürdigkeitsverlust, und er hat recht: Wer den Bürgern erst die Hand gibt und dann die Rechnung präsentiert, verliert nicht nur Umfragen, sondern jede Autorität.

Genau das sieht man jetzt hinter den Kulissen. Der Kanzler, der nach der Klatsche in Sachsen-Anhalt noch von felsenfester Koalition sprach, droht intern mit dem Rauswurf der SPD-Minister und einer Minderheitsregierung – pure Panik, wenn die eigenen Werte bei 17 Prozent und darunter liegen und die eigene Fraktion in Magdeburg schon bei der Landtagspräsidentenwahl aus dem Ruder läuft. 48 Stimmen für Tobias Rausch bei 44 aus AfD und BSW: vier kamen von woanders, und Rausch selbst geht davon aus, dass es CDU-Stimmen waren. Anstatt sich zu fragen, warum die eigenen Abgeordneten die Brandmauer satt haben, diskutiert man in der Union ernsthaft über das Abschaffen geheimer Wahlen. Das freie Mandat als Feindbild – so sieht Verzweiflung aus, wenn die Strategie nur noch heißt, die eigenen Leute zu jagen.

Und während Merz vor Manuela Schwesig wie ein umgezogener Schuljunge steht und ihr vorwirft, den Wahlkampf gegen ihn statt gegen die AfD geführt zu haben, dreht sie sich um und lässt ihn vor versammelter Mannschaft einfach stehen. „Termin bei ihr machen“, wenn er was zu besprechen hat. Mehr Ignoranz geht nicht. Die SPD hat die Union längst fallen gelassen – Koalition hin oder her. Schwesig wird zur Gallionsfigur, die das mecklenburgische Modell bundesweit ausruft, und in Berlin sondieren SPD, Grüne und Linke schon das nächste Bündnis, als wäre die Brandmauer nur ein Gartenzaun mit Tür in eine Richtung. Pistorius marschiert wegen vier unbekannter Stimmen in Magdeburg zum Bebelplatz und zitiert Liebermann, während man bei der Linken erst ein Expertengremium braucht, bevor man Antisemitismus überhaupt benennt. Das ist keine Brandmauer. Das ist selektive Empörung.

Merz hat sich selbst in diese Lage manövriert: erst die Brandmauer als Falle akzeptiert, dann gebrochene Wirtschaftsversprechen, dann die totale Abhängigkeit von einem Partner, der ihn längst als Belastung behandelt. Seehofer erinnert an die Realität der Bürger – Arbeitsplätze bei Audi, Aufhebungsverträge, keine pauschalen Moralpredigten. Der Herbst 2026 wird nicht der Beginn großer Reformen. Er wird der Beginn der Frage, wie lange ein Kanzler noch im Amt bleibt, dem selbst die eigenen Landesfürsten und der Ruheständler aus Bayern den Kompass aus der Hand nehmen. Die Union hat sich das selbst verdient.

Thomas Hoerauf, facebook

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